Schweißperlen und geklaute Perlen

Ich habe etwas zu sagen.
Der Literaturkritiker Reich- Ranitzki bemerkte einmal: „Es genügt nicht, etwas zu sagen zu haben; man muss es auch appetitlich anbieten“. Gedanken und Gefühle in Worte zu fassen, so dass sie beim Leser möglichst ähnliche Gedanken und Gefühle hervorrufen, ist eine Kunst. Mancher kann das von Natur aus; wer es nicht kann muss eben üben. Das Beschreiben meiner Gedanken und Erkenntnisse scheint mir ähnlich mühsam wie das Eierlegen der Wasserschildkröte. Die Beschreibung sagt nie genau das, was ich denke und fühle. Eigentlich müsste ich in Ergänzung zum schreiben meine Gedanken und Gefühle noch malen, musizieren und mit Gestik und Mimik unterlegen. Aber das würde den Trainingsaufwand in schwindelnde Höhen treiben. Ich danke allen Lesern, die sich mir hier als Trainingspartner zur Verfügung stellen und bitte gleichzeitig um Geduld.
Perlen können also auch Schweißperlen sein, hier hoffentlich nur meine.

Weisheit wird bei Wikipedia beschrieben:
„Als Weisheit wird allgemein eine auf Lebenserfahrung und Einsicht beruhende innere Reife und kluge Überlegenheit im geistigen Sinne bezeichnet“.
Mit Lebenserfahrung und Einsicht habe ich keine Probleme. Kluge Überlegenheit im geistigen Sinne ist relativ. Da sich kaum ein Leser freiwillig als unterlegen einstufen wird, bleibt eine objektive Bestätigung dieser Eigenschaft vermutlich aus, allerdings genügt mir hier die subjektive Einschätzung, bei aller Bescheidenheit.
Schwieriger ist es mit dem Begriff Reife, der nach Wikipedia die Erreichung eines vollkommenen Grades einer abgeschlossenen Entwicklung bezeichnet. Eine abgeschlossene Entwicklung ist etwas ziemlich endgültiges, was wohl nur mit dem Tod zu erreichen ist. Dann ist es allerdings zu spät, Perlen abzusondern. Hinzu kommt, dass Einsicht auch etwas relatives ist, das wohl kaum jemals abgeschlossen ist. Vielleicht erklärt das ein Wort, das ich zwar nicht erfunden habe, aber trotzdem nicht schlecht finde:
Der kluge Mann rät nur, wenn er gefragt wird, der weise nicht einmal dann.

Betrachten wir also Weisheit als einen Grenzwert, der nie erreicht wird. Kurz davor ist aber auch nicht schlecht.
Einige Jahrzehnte denkt es nun schon in mir. Und da mindestens ein Lebenszweck des Menschen die Aufnahme, Bearbeitung und Weitergabe von Gedanken und Erkenntnissen ist, will ich dem Bedürfnis folgen, die Ergebnisse dieses Denkens weiterzugeben. Möglicherweise thematisch etwas ungeordnet, wie Gedanken nun einmal kommen und gehen. Immer aber philosophisch, auch wenn ich als Physiker nicht die Philosophie mit Löffeln gegessen habe. Der Schuster will nicht mehr bei seinem Leisten bleiben. Aber da die Philosophen inzwischen auch Physik interpretieren und mit mathematischen Formeln arbeiten, ist es wohl erlaubt den Grenzstreifen auch in umgekehrter Richtung zu betreten.

Ich will nun nicht länger warten meinen ersten Text in mein erstes Weblog zu stellen und biete anstelle eigener Perlen zwei geklaute Perlen der Weisheit an, die mir hin und wieder als Einstieg in Meditation dienen:
Alles verstehen heißt alles verzeihen.
Und
Heute ist morgen gestern.
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Lorenz, Konrad
Vom Weltbild des Verhaltensforschers

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Nürnberger, Christian
Faszination Chaos: Wie zufällig Ordnung entsteht

Penrose, Roger
Das Große, das Kleine und der menschliche Geist

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Zuletzt aktualisiert: 22. Aug, 16:31

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