Dienstag, 21. August 2007

Wie Erbmoleküle lernen

Es gibt große Forschungszweige, die untersuchen zu welchem Prozentsatz die Eigenschaften biologischer Objekte ererbt und zu welchem Prozentsatz sie erlernt bzw. umweltbedingt sind.
Nach neueren Ergebnissen der Untersuchungen vererbter Eigenschaften gibt es bei Mensch und Tier Anzeichen, dass Eigenschaften, die durch Umwelteinflüsse wie Ernährung verändert werden können, manchmal auch die nächste und die übernächste Generation beeinflussen. Es ist anscheinend so, dass nicht nur die Gene allein vererbt werden sondern auch ihre Umhüllung oder Teile, die durch ihre Umhüllung beeinflusst werden, die Epigenetik ( s.a. unter diesem Stichpunkt bei https://de.wikipedia.org/wiki/ ).
Abgesehen von der Möglichkeit, dass die Eizelle selbst umweltbedingte Veränderungen außerhalb des Zellkerns weitervererben kann, sollte man auch die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass durch Umwelteinflüsse die Umhüllung der Erbmoleküle so verändert wird, dass die Empfindlichkeit für Änderungen der Erbsubstanz an bestimmten Stellen ( also für gezielte Mutationen ) verändert wird. Dies betrifft sowohl die Gene wie die Abschnitte, die die Genaktivitäten steuern. Daraus ergäbe eine Vorstellung zur Weiterentwicklung des Lebens auf der Erde. Es ist vorstellbar, dass bei der Entstehung des Lebens die ersten Lebensmoleküle viel leichter variabel waren und so schon am Anfang die große Varianz von Lebewesen ermöglicht wurde. Nach vielen Generationen verfestigten sich die Erbanlagen, die offenbar keinen Stress hervorriefen und immer unverändert weitergegeben werden konnten, mit dem Risiko, dass diese erfolgreichen Lebewesen bei erheblichen Änderungen der Umwelt nicht mehr anpassungsfähig genug waren. Langfristig am erfolgreichsten sollten also die Lebewesen sein, die noch mutationsfreudig genug sind, um sich anpassen zu können und stabil genug um erfolgreiche Anlagen zu erhalten. Denkt man das zu Ende, sind auch unsere ererbten Anlagen Ergebnisse eines Lernprozesses.
Wenn dem so ist, stellt sich nicht nur die Frage: Vererbt oder erworben? sondern nur noch die Frage: Vor wie viel Generationen erworben?!
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